• Annette Heinrich

Aktion Leder. Die Stasi und das deutsche Fußballduell WM`74.

ARTE | Sendedatum: 10.06.2014


Aktion Leder. Der geheime Fußballkrieg der Stasi.

ZDF history/ ZDF info | Sendedatum: u.a. 17.06.2014, 29.06.2014


Buch & Regie: Annette Heinrich & Christian Hestermann





Juni 1974: Bei der Fußball-Weltmeisterschaft kommt es im Hamburger Volksparkstadion zum einzigen deutsch-deutschen Länderspiel der Geschichte. Es war ein Spiel, das zu einem 90-minütigen Klassenkampf stilisiert wurde. Vor allem für die Stasi war die Teilnahme der DDR-Kicker eine Herausforderung. Die Dokumentation schildert, wie die Stasi versuchte, den Sieg der DDR-Mannschaft über den Klassenfeind zu planen.


Jürgen Sparwasser und die 78. Minute: Jeder kennt den Schützen des Siegestors für die DDR-Mannschaft im einzigen deutsch-deutschen Länderspiel der Geschichte.





40 Jahre später rekonstruiert die Dokumentation „Aktion Leder“ anhand von Interviews mit Zeitzeugen, Experten und historischen Dokumenten, wie das Ministerium für Staatssicherheit alles zu unternehmen versuchte, damit das WM-Spiel zwischen den beiden deutschen Staaten in jeder Hinsicht kein Fiasko für den Arbeiter- und Bauernstaat wurde.


Im Zentrum stehen die Ereignisse im Vorfeld des Spiels. Denn das Vorspiel zu dem 90-minütigen Klassenkampf auf dem Rasen ist weitgehend unbekannt. Die Vorbereitungen trieben mitunter bizarre Blüten – vor allem auf der Seite des Arbeiter- und Bauernstaates. Ost-Berlin plante mit deutscher Gründlichkeit den Sieg über den Klassenfeind und versuchte gleichzeitig zu verhindern, dass die eigenen Jungs im Westen bleiben.


Stasi-Chef Mielke rief dafür die „Aktion Leder“ ins Leben. Spitzel observierten DDR-Nationalspieler auf ihre „politische Zuverlässigkeit“, selbst ihre Post und ihre Familien wurden kontrolliert. Gleichzeitig wurde der Sieg über den Klassenfeind per Dekret verordnet. Man erwarte die „Schaffung einer echten Kampfgemeinschaft, welche … diesen Leistungsauftrag als Klassenauftrag betrachtet und ihm alles bedingungslos unterordnet.“


Für die weit verbreitete Stimmung in der westdeutschen Mannschaft mag Paul Breitners Statement stehen: „Es gab keine Ostzone. So gesehen war für meine Generation die DDR immer das absolute Ausland gewesen. Und deshalb war dieses für mich und für viele andere ein ganz normales Länderspiel.“


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